Geschichte des Schlosses
Das Schloss Wurzen gilt als das älteste Schloss im deutschsprachigen Raum.
Der massige Baukörper auf rechteckigem Grundriss mit den südöstlichen und nordwestlichen Ecken sowie der tiefe, trockene Wallgraben mit der mittelalterlichen Zugbrücke kennzeichnen den Übergang der mittelalterlichen Burg zum gotischen Renaissanceschloss.
Es wurde 1491 bis 1497 von Bischof Johann VI. von Saalhausen erbaut. Die Raumgliederung, der Wendelstein, die Vorhangbogenfenster an den Türmen im ersten Obergeschoss und vor allem die Zellengewölbe mit netzförmiger Figuration im Inneren weisen direkt auf den Baumeister der "Albrechtsburg Meißen" Arnold von Westfalen, der die Schlossbaukunst in Sachsen maßgeblich einleitete.
Das Schloss Wurzen ist eines der bedeutendsten Schlösser mit Beginn der Schlossbaukunst in Sachsen. Die Baukosten betrugen 14.000 Reichtaler.
Mit Ausnahme zweier Türme hat das Schloss die verschiedenen Kriegsgefahren und Brände wohl überstanden. 1631 brannten die beiden Türme und wurden somit sehr stark beschädigt.
Viele wertvolle Details schmücken den Baukörper wie zum Beispiel das spätgotische Sitznieschenportal, darüber ein Wappenstein. In der Eingangshalle befindet sich ein hohes Zellengewölbe.
Das Wurzener Schloss diente bis 1581 als Bischofsresidenz. Nach Abdankung des letzten Bischofs Haukwitz dem IX. am 20. Oktober 1581 übernahm der Kurfürst August I. die Schirmherrschaft. Seit diesem Zeitpunkt fungierte das Schloss als Amt.
Am 17. Juni 2002 erwarb Familie Wedekind das Anwesen. Vom 17. August 2003 bis zum August 2004 wurden aufwändige Restaurationsarbeiten durchgeführt.
Das Schloss Wurzen umfasst 6600m² Land und 3300m² Fläche.
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